Hochwasser-Sandsäcke gehören vielleicht nicht zum Alltag – doch in Krisensituationen wie Sturmfluten, Überschwemmungen oder einem akuten Hochwasser sind sie unverzichtbar. Wenn die Pegel steigen, ist das Verlegen von Sandsäcken oft eine der ersten Maßnahmen, die von Organisationen wie dem Technischen Hilfswerk (THW), der Feuerwehr oder dem Katastrophenschutz umgesetzt wird.
Aber auch privat ist es sinnvoll, einen kleinen Vorrat an Sandsäcken griffbereit zu haben – denn im Notfall zählt jede Minute. Doch wie befüllt man Sandsäcke richtig? Und worauf kommt es beim Verlegen an? Genau das erklärt Ihnen dieser Ratgeber von elbsack. Zudem finden Sie hier nützliche Tipps, damit Sie für das nächste Hochwasser bestens vorbereitet sind.
Wie befüllt man Sandsäcke richtig?
Die gängigsten Hochwasser-Sandsäcke bestehen aus Jute oder Polypropylen (PP) und haben die Maße 30 × 60 cm bzw. 40 × 60 cm. Eine Übersicht über alle verfügbaren Größen und Materialien finden Sie in einem separaten Beitrag.
Für eine optimale Barriere sollten Sie die Sandsäcke mit feinkörnigem Estrich- oder Mauersand (0,1–0,8 mm) befüllen. Dieses Material sorgt für die beste Dichtwirkung. Falls dieser Sand im Notfall nicht verfügbar ist, können Sie auf herkömmliche Erde ausweichen – allerdings leidet darunter die Dämmeigenschaft und Stabilität der Sandsäcke.
Ein entscheidender Punkt: Füllen Sie den Sandsack nur zu zwei Dritteln. Das sorgt dafür, dass sich das obere Ende gut umklappen und verschließen lässt – und verhindert gleichzeitig, dass Sand im Wasser herausgespült wird. Zudem bleiben die Säcke leichter und lassen sich einfacher transportieren. Diese Methode hat sich in der Praxis bewährt, etwa bei Einsätzen des THW.
Hat der Sack ein integriertes Zugband, reicht ein einfacher Knoten zum Verschließen. Alternativ können Sie auch eine Schnur oder ein dünnes Seil verwenden.
Wie verlegt man Sandsäcke richtig?
Beim Verlegen gilt: Das umgeschlagene Ende des Sandsacks sollte stets in Richtung des Wassers zeigen – und zwar mit dem Falz nach unten. Das verhindert, dass Wasser den Sand herausschwemmt. Das untere Ende zeigt in Richtung des zu schützenden Bereichs.
Die Sandsäcke sollten pyramidenförmig und versetzt gestapelt werden. So erreicht man maximale Stabilität und vermeidet Hohlräume. Nach jeder Schicht empfiehlt es sich, die Sandsäcke leicht festzuklopfen. Dadurch verdichtet sich der Sand und die Schutzbarriere wird noch robuster.
Weitere Tipps & Tricks rund um Befüllung und Verlegung
- Das richtige Material wählen: Sandsäcke gibt es in verschiedenen Materialien und Größen. Je nach Einsatzgebiet unterscheiden sie sich in Eigenschaften und Preis. Unsere Materialübersicht hilft bei der Entscheidung.
- Einfüllhilfen nutzen: Ein Trichter oder ein Befüllgerät spart Zeit und Energie – besonders, wenn große Mengen an Sandsäcken vorbereitet werden müssen.
- Richtig lagern: Lagern Sie die Säcke trocken, lichtgeschützt und mit möglichst geringer Luftfeuchtigkeit. Besonders PP-Säcke sind bei korrekter Lagerung mehrere Jahre haltbar.
- Stabil wie ein Mauerwerk: Orientieren Sie sich beim Stapeln an der Struktur einer Hausmauer. Versetztes Stapeln und festes Klopfen machen Ihre Sandsackmauer stabiler – und langlebiger.
- Einheitlich bleiben: Verwenden Sie möglichst nur Sandsäcke derselben Größe und aus demselben Material. Das erhöht die Stabilität und verhindert, dass die Säcke in der Barriere verrutschen.
Hier können Sie eine praktische Gebrauchsanweisung als PDF herunterladen – kompakt erklärt, wie Sandsäcke richtig befüllt und verlegt werden.