Mit dem Wandel des Klimas nimmt auch das Risiko extremer Wetterereignisse zu. Hochwasser wird – nicht nur in Deutschland – zu einer immer größeren Herausforderung. Während Küstenregionen oft gut durch Deiche geschützt sind, geraten andere gefährdete Gebiete schnell in Vergessenheit. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wo Hochwasser besonders häufig auftritt – und wie man sich schützen kann. Welche Arten von Überschwemmungen gibt es? Welche Regionen sind besonders gefährdet? Und wie können Hausbesitzer oder Gemeinden vorsorgen? Wer informiert ist, kann im Ernstfall schneller reagieren – und Schäden vermeiden.
Von Sturzfluten bis Flusshochwasser – welche Gefahren drohen?
Es gibt verschiedene Formen von Hochwasser, die jeweils unterschiedliche Ursachen und Risiken mit sich bringen. In Deutschland unterscheidet man vor allem zwischen Flusshochwasser und Sturzfluten.
Flusshochwasser entsteht meist durch langanhaltenden Regen, Schneeschmelze oder andere natürliche Phänomene, die den Wasserstand eines Flusses oder Sees ansteigen lassen. Wenn das Gewässer über die Ufer tritt, kann es ganze Straßenzüge und Stadtteile überschwemmen. In ländlichen Gebieten ist das Risiko oft geringer, da natürliche Böden das Wasser aufnehmen. Doch in versiegelten Stadtlandschaften – mit Asphalt, Beton und wenig Grün – kann das Wasser kaum versickern. Die Folge: Überschwemmungen mitten im Wohngebiet.
Sturzfluten hingegen sind besonders gefährlich, weil sie plötzlich auftreten. Innerhalb weniger Minuten kann sich eine enorme Wassermenge ihren Weg bahnen – etwa nach einem extremen Starkregen oder einem Dammbruch. Diese Wassermassen rauschen mit hoher Geschwindigkeit durch Straßen und Täler. Ein bekanntes Beispiel ist die sogenannte Heinrichsflut im Jahr 1965 oder das Hochwasser in den Pyrenäen 2013. Zwar ist die Dauer der Sturzflut oft kurz, doch die Zerstörungskraft ist enorm.
Hochwassergebiete in Deutschland – wo ist die Gefahr am größten?
Besonders gefährdet sind Städte und Gemeinden, die direkt an einem Fluss oder See liegen – vor allem dann, wenn wenig natürliche Flächen vorhanden sind. Versiegelte Böden verhindern, dass Wasser abfließen kann. Eng eingeschnittene Flusstäler, schmale Flussläufe und Regionen mit hoher Bebauungsdichte gelten als Hochrisikogebiete.
Grundsätzlich können Überschwemmungen in nahezu allen Teilen Deutschlands auftreten – etwa durch Starkregen, Schneeschmelze, Stürme oder Dammbrüche. Dennoch gibt es einige Regionen mit besonders hohem Risiko.
Zu den wasserreichsten Flüssen in Deutschland zählen unter anderem:
- Rhein
- Donau
- Elbe
- Inn
- Oder
Auch weitere bedeutende Flüsse durchqueren dicht besiedelte Städte:
- die Weser (z. B. Bremen, Bremerhaven)
- die Spree (v. a. Berlin)
- die Mosel (u. a. Trier, Koblenz, Cochem)
Im Jahr 2021 ereigneten sich in ganz Mitteleuropa verheerende Überschwemmungen – mit dramatischen Folgen insbesondere in Rheinland-Pfalz (Ahrtal) und Nordrhein-Westfalen (Wuppertal, Hagen).
So schützen Sie sich effektiv vor Hochwasser
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Hochwasser zu wappnen. Eine besonders einfache und bewährte Methode: Sandsäcke. Sie können Hauseingänge, Kellerfenster oder Garagen gegen eindringendes Wasser abschotten – und sind dabei vergleichsweise günstig und flexibel einsetzbar.
Damit Sandsäcke im Notfall schnell zur Verfügung stehen, sollten sie vorgefüllt und griffbereit gelagert werden. Im Ernstfall bleibt oft keine Zeit mehr, sie selbst zu befüllen. Alternativen sind sogenannte Hydrosäcke, die sich bei Wasserkontakt automatisch füllen, oder fest installierte Schutzsysteme wie wasserdichte Fenster und Türen. Letztere sind jedoch kostenintensiver und nicht für jedes Gebäude geeignet.
Zusätzlich empfiehlt sich ein guter Elementarschadensversicherungsschutz – damit im Ernstfall nicht nur das Haus, sondern auch der finanzielle Schaden abgesichert ist.
Fazit: Diese Regionen sind besonders gefährdet
Ob Starkregen, Schneeschmelze oder Sturzfluten – Hochwasser kann viele Ursachen haben und praktisch jede Region treffen. Besonders gefährdet sind Städte, die direkt an Flüssen oder Seen liegen. Eng eingeschnittene Flusstäler, schmale Uferzonen und starke Versiegelung erhöhen das Risiko erheblich.
Wer in einer solchen Region lebt, sollte vorbereitet sein: Sandsäcke bieten eine schnelle und kostengünstige Schutzmöglichkeit. Und wer auf örtliche Warnsysteme achtet und regelmäßig überprüft, ob Haus und Grundstück hochwasserfest sind, ist im Ernstfall deutlich besser gewappnet.